03.12.2015  09:04

Und auf einmal sind sie wieder da, die schlechten Gedanken. (Von außen ist es ein undenkbarer, oder unmöglicher Zeitpunkt, aber mir kommt es so vor, als sei ich wieder ausgeliefert, hilflos dem gegenüber oder dagegen. – Das ist meins.)

 

03.12.2015  18:13

Ich hasse es, wenn man selbst dem Arzt die Diagnose mitteilen muss, die er einem stellen sollte.

 

03.12.2015  19:49

Vielleicht misstraue ich dem Konzept von ›Glück‹ (inzwischen) so sehr, dass ich im Glücksfall automatisch die entgegengesetzte Strategie produziere. (Nach dem Motto: Wo ist der Haken? Wann springt der traurige Clown aus der Kiste, schlägt sich auf die Schenkel, um mir mit lautem Lachen deutlich zu machen, dass ich verarscht worden bin? – So wie ich früher schon das Gefühl hatte, falsch zu sein, als würde sich irgendwann eine Behörde melden, jemand kommen und sagen: ›Entschuldigung, wir haben da einen Fehler gemacht, das ist alles so nicht richtig‹, oder: ›Entschuldigen Sie, wir haben festgestellt, dass Sie vor einigen Jahren Ihren Pflichten nicht nachgekommen sind – die Schulden betragen 50.000,00 €.‹)

 

03.12.2015  20:21

 

04.12.2015  08:43

Ich bin ein Mitglied, aber fühle mich häufiger wie kein Mitglied (wie der, der mitgeschleift wird, der vielleicht sogar eher verhindert als ermöglicht).

 

04.12.2015  19:37

Meine Reaktion auf die Vorwürfe, mit denen mich B. vor genau einer Woche konfrontierte, war zunächst Bestürzung: ›Es ist das eingetreten, was ich befürchtet habe – wie es aber nie sein sollte‹, dann Zurückweisung, zumindest innerliche, weil das, was B. sagte, vielleicht im Kern, aber nicht im Detail, nicht zu 100 % stimmte. Gestern fiel mir dann ein, dass ich eine ähnliche Szene bei Herrndorf gelesen hatte, und ich überlegte, welche Suchbegriffe ich eingeben müsste. Am Ende waren es ›kathrin site:wolfgang-herrndorf.de‹ (nicht ›passig‹) und der Eintrag vom 19.11.2011, 23:51.

 

04.12.2015  21:37

Haben andere auch dieses Bedürfnis, hinter sich ›aufzuräumen‹, um des lieben Friedens willen Entschuldigungen auszusprechen, wenn sie unnötig, gar unangemessen wären, anstelle einfach zu akzeptieren, dass irgendjemand eben nicht gut auf einen zu sprechen ist, vielleicht sogar böse, einem den Arsch voll wünscht?
(Nur: Wie soll das gehen? Wie soll man es allen recht machen, ohne Konflikte durchs Leben stolpern? – Und: Warum sollte man – als ein Don Quichotte – gegen das Unmögliche ankämpfen, immerzu und letztlich doch vergeblich?)

 

05.12.2015  01:10

Rap hat alles gesagt!

 

06.12.2015  00:43

Eben einen Text gelesen, den ich bis jetzt für einen meiner besten und wichtigsten hielt. Festgestellt, dass darin vieles verkürzt ist, als ob ich um das kreise, was ich inzwischen zu wissen glaube, als wäre es irgendwo darunter, aber als hätte ich es zu jenem Zeitpunkt noch nicht freilegen können. – Ich bin froh, dass ich es überhaupt – diffus – artikulieren konnte, und zugleich traurig, weil ich so vieles nicht artikulieren konnte (nicht denken konnte?). (Es ist komisch, von sich in der Vergangenheit zu sprechen …)

 

06.12.2015  00:45

Ich würde ihn gern neu schreiben – aber es ist so viel, ich weiß nicht wann. (Mir fehlt die Ordnung.)

 

08.12.2015  19:09

Fühle mich flau, fast wacklig auf den Beinen. (Ich will das nicht mehr!)

 

08.12.2015  19:13

Ich fühle mich so leer, wie die SMS, die ich manchmal verschicke.

 

08.12.2015  19:15

(Schön, wenn die S-Bahn dann auch noch an einer Kneipe vorbeifährt, über deren Tür das Leuchtschild »Tiefpunkt« verkündet.)

 

09.12.2015  08:36

Hielt ich NMZS’ Meine Schöne bisher für ein überspitztes Liebeslied, hat es mich auf einmal kalt erwischt, dass es auch die schwarzhumorige Personifizierung seiner Depression sein könnte, ob nun bewusst oder unbewusst.

 

10.12.2015  20:17

Ich würde es nicht zugeben … (Ich gebe es nicht zu!)

 

10.12.2015  21:53

Es ist, als könne ich nur ein retardierendes Moment einbauen, aber als komme es danach einfach wieder zurück. (Es lacht mich an!)

 

14.12.2015  19:08

Heute (mal wieder) den »Kümmerer« in mir erkannt, das Biest.

 

15.12.2015  13:00

Am Nachbartisch spricht sie von ihrer Krankschreibung und »gesundem Egoismus«, den es zu entwickeln gelte. (Und: »Ich umgebe mich nur noch mit Menschen, die mir guttun.«) – Ich weiß genau, was gemeint ist (und Entschuldigung, dass ich lausche)!

 

17.12.2015  18:39

… (Wenn die soziale Interaktion unmöglich scheint, alles – oder ich? – unangemessen, wenn es keine Verbindung gibt und sich auch keine herstellen lässt, alles versperrt ist, wenn das Gegenüber jetzt nicht mehr das Wichtigste ist, weil in mir anderes ausgetragen wird, wenn ich Beobachter bleibe und eigentlich gern Teil wäre, mich dem aber vielleicht auch ein wenig verweigere, insofern als ich mich zurückziehe, die innere Flucht, während ich an die tatsächliche denke, wenn ich mir die Kopfhörer aufsetzen und einfach nur laufen will, laufen, laufen – immerhin nicht mehr einschlafen –, nur weg, oder irgendwas.)

 

18.12.2015  15:13

Das ist kein Tag.

 

18.12.2015  17:33

Es ist, als sei meine Person mit einem Mal (oder hab ich das Schleichende einfach nicht bemerkt?) eine andere – ich fühle mich dem näher, der ich vor ziemlich genau einem Jahr war, und es war furchtbar vor ziemlich genau einem Jahr, als dem, dem ich in den letzten Wochen zutraute, ich zu sein. (»Bloß um zu gucken, wer kommt …«)

 

18.12.2015  17:52

Es sei früher mit J. und mir schon immer so gewesen, meinte L. neulich, nur dass mir all das inzwischen wie ein teenagerhaftes Schwärmen, meinetwegen auch ein Schwärmen für die Melancholie, vorkommt – jetzt ist es irgendwie … existenzieller?

 

19.12.2015  01:02

Zitat: Ich liebe die Gegenwart!

 

21.12.2015  17:26

Nach den zehrenden letzten Tagen ist es unfassbar schön, zu hören, dass geschätzt wird, was man macht. – Und schön auch die Hilfe und Verlässlichkeit von H., L., M. und P.! (Danke!)

 

21.12.2015  17:41

Und gestern so: Mir ist das alles zu viel!, und heute so: Ich bin guter Dinge! (Kurios!)

 

24.12.2015  14:05

»Der Weg da vorn ist weiter, aber schöner ist er nicht …«

 

25.12.2015  20:17

Wovor willst du einschlafen?

 

26.12.2015  11:41

Es ist kein ABC möglich, ich kann die Kette nicht aufschlüsseln, aber mit einem Mal ist der Gedanke da, dass es keinen großen Unterschied machen würde, ob ich da oder weg wäre – vielleicht wären ein paar wenige davon zunächst betroffen, aber dann würde es einfach weitergehen; weitergehen, als wäre ich nie da gewesen. (Aber wahrscheinlich wäre alles andere auch selbstüberhöhend, so oder so!? – Woher kommt dieser drängende Wunsch nach Bedeutung, oder ist es Geltungsbedürfnis? – Wie drückt man eigentlich aus, dass man jemanden mag, wenn nicht sprachlich? Und wie kann man sicher sein, dass das ehrlich ist und nicht nur dem eigenen Nutzen dienlich?)

 

26.12.2015  13:10

L. meinte gestern zu mir, das sei schon immer so gewesen, dass ich schlecht erreichbar wäre, wenn ich Stress hätte.

 

26.12.2015  13:58

Ich denke wieder häufiger daran, dass die Angst vor dem Tod wohl nicht so groß ist, wenn man eh nicht mehr viel erwartet – wenn ich schon abgeschlossen habe, ist es nicht beunruhigend, wenn es passiert.

 

26.12.2015  14:06

Und just bekommt man eine Nachricht, dass gerade an einen gedacht werde – und innerlich ist man fast wütend: Wozu? Warum? Du denkst an jemanden, der ich nicht bin, oder der ich nicht sein will! (Ich kann nicht mehr!)

 

26.12.2015  16:40

Es gibt diese Lebenswelten, die so weit entfernt von meiner sind, dass mir die Annäherung dermaßen schwerfällt, dass ich nur danebenstehen kann – wenn einem die Interaktionen eh schon Mühe machen, ist das der blanke Horror. (Und wie immer ist die Krux dabei: Ich würde gern, versuche es, aber gehe noch schlechter aus der Situation. Es gar nicht erst zu versuchen, würde aber wahrscheinlich auch nicht guttun. – Warum mir Menschen derart herzlich begegnen, warum sie sich für mich interessieren, verstehe ich noch immer nicht wirklich. Mich interessiert überraschend wenig, das ich dann (mit-)teilen könnte.)

 

26.12.2015  16:47

Und wie es mir geht, kann ich am Ende wohl doch nicht so gut verstecken, wie ich glaube und wie ich es gern würde. (Dass es mir nicht gut geht, lässt sich bemerken, selbst wenn unklar bleibt, warum … Mir selbst unklar ist, warum?)

 

27.12.2015  18:50

Traum: »Oder wir entscheiden uns alle für ein leeres Zentrum«, schnappe ich auf. Obwohl ich nicht weiß, was es ist, was es sein soll – dafür jedoch sofort ein literarisches Verfahren im Kopf habe, bei dem bspw. um die Unzuverlässigkeit des Erzählens zu begründen, den Lesenden eine wichtige Information vorenthalten wird, um die aber eigentlich alles kreist –, denke ich sofort: »Ja, ein leeres Zentrum«, und: »Ganz genau.«
Ich will nachschauen, ob es das als feststehenden Begriff gibt, es tatsächlich ein Verfahren o. ä. ist, aber kann mich nicht aufraffen, meinen Laptop aufzuklappen, und bleibe auf dem Sofa meiner Eltern sitzen.

 

28.12.2015  08:48

»Wo soll ich hin, mit meinem leeren Glas?«

 

31.12.2015  15:53

Ich glaube, irgendetwas – natürlich – Wichtiges vergessen zu haben, während ich auf dem Weg zu H. bin, und es hilft nichts, mir einzureden, dass ich schon daran erinnert werden würde oder es mir wieder einfiele, spätestens wenn es so weit wäre. Im Ausmalen von Schreckensszenarien bin ich ziemlich gut und geübt! ›Was, wenn …?‹ (Und: Was soll dieses ›Bewältigungsvertrauen‹ sein, oder wie auch immer Herr P. das genannt hat? – Ich würde mir gern glauben können, dass es immer eine Lösung gibt. Aber was, wenn nicht?)

 

31.12.2015  16:08

Ich wünsche mir ein Opinel-Taschenmesser. (Keine Ahnung, wie ich bis jetzt zurechtgekommen bin, ohne es ständig bei mir zu führen …)

 

31.12.2015  16:11

»Einfach mal machen!«, ist so leicht gesagt …

 

31.12.2015  16:16

Ist Kontrolle/Schlaf das Pendant zu Arbeit und Struktur?