02.11.2017  09:11

Wo ich gerade bin, weiß ich nicht, ganz weit draußen, in Gedanken und Vorstellungen, einem unaufhörlichen »Was wäre, wenn«.

 

02.11.2017  09:12

Und gestern wie heute: das gleiche Gefühl wie als Kind, wenn wir noch im Dunkeln in den Urlaub aufgebrochen sind.

 

05.11.2017  18:22

Die Katze auf der Fensterbank, draußen, und direkt daneben das kleine Kind (auf ihrer Augenhöhe), auch auf der Fensterbank, drinnen.

 

06.11.2017  19:12

Noch immer, nicht ständig, aber manchmal dann eben doch: der kurze Schreckmoment, wenn ich angerufen werde, dass etwas passiert sein könnte, etwas, das mir gleich, sobald ich von seiner Existenz weiß, abverlangt, was zu leisten ich nicht imstande bin, oder irgendwie so. (Was ich nicht weiß, macht – und so weiter. (Verdrängen kann ich gut, denke ich mitunter, und wer weiß: So schlecht ist es vielleicht gar nicht; gehört vielleicht gar nicht verteufelt, wie mich irgendwas – die Psychoanalyse? – glauben lässt. Oder ist das gar nicht so, eh ein Irrglaube?))

 

08.11.2017  08:22

Direkt vor mir: ein Fake-Pelzkragen, darüber ein rosa Innenfutter wie Plüsch, dann ein zartrosa Schal und ein glänzend roter Pferdeschwanz. Sie isst eine Leberwurststulle, auch rosa.

 

09.11.2017  07:55

Als ein junger Mann – leise vor sich hin murmelnd, seinen Fahrschein an den Ecken mit dem Fingernagel immer wieder knickend, irgendwie verschüchtert – durch die Bahn läuft, keimt sofort Mitleid in mir auf. Woher soll er wissen, dass er die Fahrkarte auf dem Bahnsteig stempeln muss? Doch einen Augenblick später fällt mir auf, dass ich ja in der Tram und nicht mehr in der S-Bahn sitze. Erleichtert sehe ich, wie er seinen Fahrschein stempelt.

 

09.11.2017  07:59

Ich wollte nie taktieren …

 

09.11.2017  18:26

Ich möchte das gern als Redewendung etablieren: Irgendwann oder danach.

 

12.11.2017  15:10

Eine große Leere, eine große Einsamkeit und Erschöpfung – und ich kann es nicht verhindern: Will ich das?, eher nicht, nicht so. (Eine Nachricht geschrieben, aber nicht abgeschickt. Beim Bäcker vorhin: wieder gegangen, ohne zu bestellen. – Wie in einer früheren Welt und Stimmung (vor zwei Jahren) und M., der sagt: »Vor der Klapse sahst du echt beschissen aus!«)

 

12.11.2017  15:11

Die Übersprungshandlung bleibt gleich; und ich schäme mich dafür (auch für die Angst und die Zerfaserung).

 

12.11.2017  15:13

Dass du so lieb zu mir bist …

 

16.11.2017  18:33

»Mitteilungen«, dann »Mitteilung verfassen«, dann – nichts, außer einem blinkenden Cursor. (Dann die Ansage, dann stehe ich auf, dann verlasse ich die Tram, dann sagt eine Frau: »God, damn it!«, dann gehe ich nach unten zur S-Bahn, dann überlege ich kurz, ob ich mir eins dieser fantastischen Zuckergetränke am Automaten kaufen soll, dann das ansteigende Rattern und Singen der Bremsen, dann steige ich ein und setze mich, dann gucken alle auf ihre Smartphones, dann wieder eine Ansage, dann das Quietschen und Langsamer-Werden, das Öffnen der Türen usw.)

 

16.11.2017  18:36

Dann – immer noch nichts. (Kann man gleichzeitig Gedanken wälzen und sich leer fühlen? – Kann man das nicht anders machen?)

 

16.11.2017  18:37

Dann –

 

16.11.2017  18:37

Usw.

 

17.11.2017  12:50

Und dann kommt noch etwas, und dann, und dann – (wieder dieses Gefühl des »Zu viel«, des Untergehens; bis ich aufgebe, ist es nur noch ein hauchdünner Abstand, kommt es mir vor, aber dann –).

 

17.11.2017  18:26

Weil ich auf dem Gelenk stehe, bemerke ich zum ersten Mal, obwohl ich eine Zeit lang täglich mit dieser Linie unterwegs war, wie kurvig der Streckenverlauf der U-Bahn ist. Ich hatte immer geglaubt, sie fahre einfach nur von Norden nach Süden, geradewegs – eine Vorstellung, die wohl auch von den simplifizierten Netzplänen herrührt; eine manifeste Überlagerung des Tatsächlichen durch das Symbolische.

 

18.11.2017  19:26

 

19.11.2017  21:52

Manchmal fühle ich mich aus der Zeit gefallen, als seien die Dinge gar nicht passiert, das hier die falsche Stadt und morgen kein Arbeitstag, sondern nur der nächste Morgen, ohne dass ich wüsste, was dann zu tun wäre …

 

22.11.2017  08:18

Heute wieder derselbe Mann, der die Ecken seines Fahrscheins abknibbelt, in der Tram.

 

22.11.2017  08:21

Gestern dachte ich … (Ich weiß es nicht mehr, aber ich glaube, es war wichtig.)

 

25.11.2017  17:29

Auf Eierschalen laufen, und ich kann mich nicht dagegen wehren, die Zugbrücken sind unten: traurige Liebeslieder hören …

 

27.11.2017  19:00

Demut und Dankbarkeit.

 

29.11.2017  08:37

Warum glaube ich, dass es um Überlegenheit geht, wenn er vor mir sitzt, mich direkt anschaut und dabei lächelt? (Warum wollen viele lieber am Rand der Dreierplätze sitzen?)